Stromausfall / Blackout
Sofort-Checkliste
- Sicherungskasten prüfen: FI-Schalter/Sicherung raus? → wieder einschalten. Fliegt sofort wieder raus → defektes Gerät suchen (alle Geräte ausstecken, Sicherung rein, Geräte einzeln anstecken).
- Nur meine Wohnung oder das ganze Haus/Viertel? (Treppenhauslicht, Nachbarn, Straße)
- Empfindliche Geräte ausstecken (PC, TV): Schutz vor Spannungsspitzen beim Wiedereinschalten
- Eine Lampe eingeschaltet lassen → man merkt, wenn der Strom zurück ist
- Kühl-/Gefrierschrank zu lassen
- Radio (Batterie/Kurbel/Auto) für Informationen
Was fällt bei einem Blackout aus? (darauf einstellen)
- Nach Minuten bis Stunden: Mobilfunknetz (Notstrom der Masten erschöpft), Festnetz/VoIP sofort
- Heizung (auch Gas-/Ölheizung — Steuerung und Pumpe brauchen Strom!)
- Wasserversorgung kann ausfallen (Pumpen), ggf. auch das Abwasser
- Geldautomaten, Kartenzahlung, Tankstellen, Supermarktkassen
- Aufzüge (steckt jemand fest? → Notruf/Hausmeister), elektrische Garagentore (Notentriegelung suchen!)
Strom-Prioritäten mit Powerbank/Notstrom
- Handy (Kommunikation/Warnungen) — Stromsparmodus, Flugmodus, wenn kein Netz da ist
- Licht (Stirnlampe effizienter als Taschenlampe)
- Radio
- Medizinische Geräte
Alles andere ist Luxus. Laptop nur, wenn nötig (lokale KI / diese Offline-Base).
Handy laden ohne Steckdose
- Powerbank (Vorrat: geladen halten, alle 3 Monate nachladen)
- Auto: 12-V-Buchse/USB — Motor dafür laufen lassen (draußen/Tor offen!), lädt auch Powerbanks
- Solar-Ladegerät (langsam, aber unbegrenzt)
- Kurbelradio mit USB-Ausgang (Notlösung, mühsam)
Notstrom-Grundlagen
- Powerstation (Akku, z. B. 500–2000 Wh): sicher für Innenräume, lautlos. 1000 Wh ≈ Handy 80×, Laptop 15×, Kühlschrank ~1 Tag bei sparsamem Betrieb
- Benzin-/Diesel-Generator: NUR DRAUSSEN (mind. 3 m vom Fenster) — Abgase töten. Nie in Garage/Keller/Balkonnische
- Wenn du einen Generator hast, notiere die Werte aus dem Handbuch hier: Dauerleistung …… kW, Verbrauch bei halber Last …… (l bzw. kg pro Stunde), Tankinhalt/Laufzeit ……, Inverter-Generator ja/nein ……. Dual-Fuel-Geräte (Benzin + Flüssiggas) liefern im Gasbetrieb meist etwas weniger Leistung als mit Benzin.
- Was ein Generator der 5–6-kW-Klasse typischerweise versorgen kann: Kühlgeräte, Licht, Router, Laptop/KI, Kochplatte, Heizlüfter für einen Raum, Umwälzpumpe der Heizung — meist nicht eine Wärmepumpe (oft Drehstrom, hoher Anlaufstrom; im Zweifel den Elektriker fragen). Generatoren ohne Inverter (nur mit Spannungsregler/AVR) liefern eine weniger saubere Spannung als Inverter-Generatoren — für empfindliche Elektronik ggf. über eine Powerstation puffern.
- Flüssiggas bevorzugen (bei Dual-Fuel-Geräten): praktisch unbegrenzt lagerfähig, der Motor verharzt nicht. Flaschen draußen stehend lagern (Gasflaschenschrank/Vordach) — nie im Keller: Propan ist schwerer als Luft und sammelt sich unten. Benzin nur als Reserve: in zugelassenen Kanistern, mit Stabilisator, jährlich rotieren. Erlaubte Lagermengen sind gesetzlich geregelt (Deutschland: in Garagen meist bis 20 l — Vorschriften deines Landes/Bundeslandes prüfen).
- Pflege: monatlich 15 Min. unter Last laufen lassen (bei Dual-Fuel abwechselnd Gas/Benzin), dabei lädt die Starterbatterie; bei Elektrostart den Seilzug als Reserve kennen. Ölstand prüfen, Ersatz-Zündkerze + Öl vorrätig halten. Erdungsspieß laut Handbuch bei Einzelbetrieb.
- Kühlschrank-Trick am Generator/an der Powerstation: 1–2 h Strom alle 6–8 h reicht, um die Kühlung zu halten
- Kein Rückeinspeisen in die Hausinstallation ohne Netztrennschalter (lebensgefährlich für Monteure, illegal)
Betriebsplan (Beispiel): Generator, ggf. PV + Speicher, Wärmeraum
Mit deinen eigenen Werten rechnen: Vorrats-Rechner (VORRAT.html) → ⚡ Strom im Blackout (Verbraucher anhaken, ggf. PV/Speicher eintragen, Gas-/Benzinbestand in der Liste) — zeigt Laufzeit pro Tag, Gas pro Tag und wie viele Tage der Strom reicht.
Stunde 0 — Netz fällt aus
- Falls du eine PV-Anlage mit Speicher hast: Läuft das Haus weiter? (Nur mit Ersatzstrom-/Inselfunktion — sonst ist trotz vollem Speicher alles dunkel.)
- Große Verbraucher aus: Wärmepumpe, Warmwasser-Heizstab, Wallbox, Backofen, Trockner.
- Kühlschrank/Truhe zu lassen. Handys, Powerbanks und Powerstation sofort laden, solange noch eine Stromquelle (Speicher/PV) liefert.
Tagesrhythmus mit Generator (Richtwert ohne Heizlüfter: 3–4 kWh/Tag → 2 × 1–2 h)
| Zeit | Was läuft |
|---|---|
| 7–9 Uhr | Generator an: Kühlgeräte durchkühlen, Frühstück/Wasser kochen, Akkus + Powerstation laden, ggf. Speicher laden |
| tagsüber | Generator aus. PV (falls inselfähig) + Speicher / Powerstation für Licht, Router, Radio |
| 18–20 Uhr | Generator an: Kühlgeräte, Kochen, Laden; im Winter den Wärmeraum aufheizen |
| Nacht | Kein Generatorbetrieb (Lärm, Diebstahl, CO); Schlafsäcke im Wärmeraum |
Wärmeraum im Winter (wenn die Heizung ausfällt — Wärmepumpe, aber auch Gas-/Ölheizung ohne Strom)
- Ein Raum, klein, innenliegend, wenig Außenwand, Tür zu; Fenster nachts mit Decken/Rettungsdecken abdichten. Alle schlafen dort — auch Haustiere (Körperwärme).
- Heizlüfter 2 kW am Generator: 1–2 h morgens und abends ≈ 2–4 kWh/Tag → entsprechend mehr Treibstoff (bei Flüssiggas grob +0,5–1 kg pro Tag).
- Warm halten statt heizen: Mütze, Schichten, Wärmflaschen (Wasser auf dem Campingkocher erhitzen), warme Getränke. Ältere Personen zuerst.
- Keine Gas-/Holz-/Grillgeräte ohne Abzug im Raum — CO-Melder.
Wenn du PV + Speicher hast
- Sommer: PV allein deckt den Bedarf meist — der Generator ist nur Reserve.
- Winter: PV liefert wenig (≈ 0,8 kWh pro kWp und Tag). Generator in einem Block laufen lassen und den Speicher laden — nur wenn der Wechselrichter den Generator annimmt (besonders bei Generatoren ohne Inverter-Technik vom Elektriker prüfen lassen). Sonst den Generator direkt auf die Ersatzstrom-Kreise.
- Anschluss ans Haus ausschließlich über Einspeisedose + Umschalter mit Verriegelung (vom Elektriker installiert) — nie ein Stecker-Stecker-Kabel.
Gasvorrat — Beispielrechnung für einen Generator, der bei halber Last ca. 0,8 kg Flüssiggas pro Stunde braucht: 2 × 1 h täglich ≈ 1,6 kg/Tag → 11-kg-Flasche ≈ 6–7 Tage, 33 kg ≈ 20 Tage. Mit Heizlüfter entsprechend mehr. Die Werte deines Geräts stehen im Handbuch; genaue Rechnung im Vorrats-Rechner.
Satelliten-Internet im Blackout — Internet, wenn alles andere weg ist
Fällt der Strom großflächig aus, sind DSL/Glasfaser sofort und der Mobilfunk nach Minuten bis Stunden weg. Satelliten-Internet braucht nur Strom und freie Sicht zum Himmel. Falls du so einen Anschluss hast oder darüber nachdenkst:
- Verbrauch: Terminals für Privatkunden brauchen je nach Modell grob 20–75 W; kleine Modelle laufen teils an 12 V/USB-C. Beispiel: Terminal mit ~60 W Durchschnitt ≈ 1,5 kWh/Tag — eine 1-kWh-Powerstation hält es samt Router etwa 14–16 Stunden.
- Aufbau im Ernstfall: Antenne draußen mit freier Sicht zum Himmel (Ausrichtung laut App/Handbuch des Anbieters), Router an Powerstation/Speicher/Generator. Laptop mit den Warn-Wächtern und alle Handys ins WLAN → Luftlage-Wächter, Schnellwächter, Versorgungs-Radar und Push aufs Handy laufen weiter; Messenger-Anrufe über WLAN funktionieren.
- Vertrag prüfen: Ohne aktives Abo verbindet die Antenne nicht. Manche Anbieter haben günstige Standby-/Pausen-Tarife, die man im Ernstfall auf den vollen Tarif hochschaltet. Das geht meist nur online → vorher testen, ob das Umschalten über die Satellitenverbindung selbst klappt.
- Terminal mit 230-V-Netzteil an der Powerstation: Powerstation mit reinem Sinus und ausreichend Dauerleistung (Anlaufspitzen und ggf. Schneeschmelz-Heizung beachten; Herstellerangaben prüfen). Kabelweg Antenne–Router vorher festlegen, die Antenne im Ernstfall nicht erst aufs Dach montieren müssen (Standfuß bereithalten).
- Vierteljährlicher Test: Router vom DSL trennen, Satelliten-Terminal an die Powerstation, Push-Testnachricht schicken (
benachrichtigung\PUSH-EINRICHTEN.bat). - Grenzen: Schnee/Eis auf der Antenne (Heizfunktion kostet viel Strom), Störungen im Kriegsfall möglich, das Gerät sendet und ist damit prinzipiell ortbar. Satelliten-Internet ersetzt nicht Radio, Sirene und Cell Broadcast.
Verbrauchswerte (zum Rechnen)
| Gerät | Leistung |
|---|---|
| Handy laden | 10–20 W |
| Laptop | 30–65 W |
| LED-Lampe | 5–10 W |
| Kühlschrank | 80–150 W (läuft ~1/3 der Zeit) |
| Wasserkocher | 2000 W (!) — an der Powerstation vermeiden; am Generator nur während der Laufzeit |
| Gefriertruhe | 60–120 W (läuft ~40 % der Zeit, ≈ 1 kWh/Tag) |
| Heizlüfter | 2000 W (1 h = 2 kWh) |
| Umwälzpumpe Heizung | 20–60 W |
| Wärmepumpe | 2–5 kW, Anlaufstrom deutlich höher, meist Drehstrom → nicht an einem tragbaren Generator |
Wenn der Strom zurückkommt
- Geräte nacheinander einschalten (nicht alles gleichzeitig)
- Gefriergut prüfen: noch Eiskristalle = ok; aufgetaut = durchgaren oder entsorgen
- Uhren/Timer/Router neu starten; der Router kann einige Minuten bis zur Synchronisation brauchen