Informiert bleiben, wenn das Internet ausfällt
Die aktuelle Lage steht nicht in diesem Ratgeber, sondern live im Lagezentrum (
00-START.html, Bereich „Lage jetzt") und in den Werkzeugen dieses Pakets — solange Internet da ist. Dieser Ratgeber erklärt, wie du an verlässliche Informationen kommst, wenn Netz oder Strom wegfallen.
Rangfolge der Informationsquellen im Ernstfall
- Amtliche Warnungen — Sirene, Handy-Warnung (Cell Broadcast), Warn-Apps, Lautsprecherdurchsagen. Sie haben immer Vorrang.
- Radio (UKW/FM, Mittelwelle, DAB+) — die wichtigste Quelle bei Strom- und Internetausfall. Öffentlich-rechtliche Sender geben amtliche Warnungen in der Regel sofort durch.
- Offline-Wissen — dieses Paket, Kiwix/Wikipedia (Ratgeber 15), ausgedruckte Notfallmappe.
- Gespräche vor Ort — Nachbarn, Feuerwehr, Infopunkte der Gemeinde. Immer mit amtlichen Angaben abgleichen.
Radio — die Lebensader
- Kurbel-/Batterieradio bereithalten (Ratgeber 12, Hardware-Liste); auch das Autoradio funktioniert (Motor zwischendurch laufen lassen, Batterie schonen)
- Sender jetzt notieren: regionaler öffentlich-rechtlicher Sender + landesweiter Nachrichtensender deines Landes mit Frequenzen für deinen Ort. Empfehlungen deiner Region: siehe Regionsbox im Portal.
- Regionalsender: …… Frequenz: ……
- Landesweit: …… Frequenz: ……
- Feste Hörzeiten (z. B. zur vollen Stunde Nachrichten) statt Dauerbetrieb — spart Batterie und Nerven
- Große Sendeanlagen haben meist Notstrom und senden auch bei einem Stromausfall weiter — dein Empfänger braucht nur Batterien
Amtliche Warnsysteme
Welche Systeme es gibt, ist von Land zu Land verschieden — die offiziellen Warn-Apps, Webseiten und die zuständige Bevölkerungsschutz-Behörde deines Landes stehen im Regionsbox.
- Cell Broadcast: Warnung direkt aufs Handy, ohne App und ohne Anmeldung. In den Handy-Einstellungen unter „Notfallbenachrichtigungen/Notfallwarnungen" alle Stufen eingeschaltet lassen.
- Warn-Apps: Beispiele — Deutschland: NINA, KATWARN, BIWAPP; Schweiz: Alertswiss. Mit Wohnort und aktuellem Standort einrichten.
- Sirenen: Die Signale unterscheiden sich je nach Land. In Deutschland gilt: 1 Minute auf- und abschwellender Heulton = Warnung → Radio einschalten; 1 Minute Dauerton = Entwarnung (Details: Ratgeber 19). Die Signale deines Landes nennt die zuständige Behörde.
- Lautsprecherwagen von Polizei/Feuerwehr bei großflächigen Lagen
- Anlaufstellen vor Ort: Bei längeren Ausfällen richten Gemeinden vielerorts Infopunkte ein (oft Feuerwehrhäuser, Rathäuser; in Deutschland z. B. „Notfalltreffpunkte" oder „Katastrophenschutz-Leuchttürme"). Jetzt bei der Gemeinde erfragen und eintragen: ……
Solange das Internet läuft: die Werkzeuge dieses Pakets
Die Werkzeuge sammeln laufend Lageinformationen und speichern den letzten Stand lokal. Fällt das Netz aus, bleibt dieser Stand lesbar — immer auf den Zeitstempel achten.
| Werkzeug | Ordner / Datei | Was es tut |
|---|---|---|
| Lagezentrum | 00-START.html |
„Lage jetzt": Zusammenfassung aller Wächter mit Zeitstempel, alte Daten werden markiert |
| Welt-Schnappschuss / Lagekarte | weltlage\LAGEKARTE.html |
cacht wichtige Live-Daten (Erdbeben, Katastrophen, humanitäre Lagen, Kriegslage aus internationalen Nachrichten, Flugverkehr, Energie, Wirtschaft) offline lesbar |
| OSINT-Analyse | osint-analyse\ |
lokale KI wertet öffentliche Nachrichten und amtliche Warnungen aus (Ratgeber 16) |
| Lage-Monitor | lage-monitor\ |
schlanke Ampel für deinen Standort |
| Luftlage-Wächter, Frühwarnung | luftlage\, fruehwarnung\ |
Luftalarm, Eil-Meldungen, Regierungs-Abgleich (Ratgeber 19, 24) |
| Versorgungs-Radar | versorgung\ |
Sprit, Gas, Strom, Lebensmittel, Wasser, Strahlung (Ratgeber 18) |
| Risiko-Karte, Webcam-Karte | risiko-karte\, webcam-karte\ |
Eskalationsrisiko je Region, öffentliche Kameras (Ratgeber 17) |
Manche Quellen gibt es nur in einzelnen Ländern (z. B. NINA in Deutschland, Alertswiss in der Schweiz). Wo eine Quelle für deine Region fehlt, zeigen die Werkzeuge „In deiner Region nicht verfügbar" und arbeiten mit den übrigen Quellen weiter.
Störungskarten und Social Media
- Störungskarten (Strom, Mobilfunk, Internet) gibt es in vielen Ländern als Webseite der Netzbetreiber oder als unabhängige Sammelseite (in Deutschland z. B. störungsauskunft.de). Die Seite für deinen Ort jetzt als Lesezeichen speichern.
- Offizielle Konten der Behörden und Netzbetreiber in sozialen Netzwerken melden Störungen oft schnell — aber nur, solange Internet da ist.
- Ohne Konto/API mitlesen: Werkzeuge wie RSS-Bridge (Open Source, läuft lokal) erzeugen RSS-Feeds für viele Seiten ohne eigenen Feed; zusammen mit einem RSS-Reader (z. B. Thunderbird) behältst du Nachrichtenseiten im Blick. Zugänge zu großen Plattformen ändern sich häufig — nicht darauf verlassen, Störungskarten und amtliche Quellen sind stabiler.
Falschmeldungen erkennen
Gerade in Krisen verbreiten sich Gerüchte schneller als Fakten.
- Wer sagt das? Amtliche Stelle, bekanntes Medium — oder „ein Freund von einem Freund"?
- Bestätigen zwei unabhängige, seriöse Quellen die Meldung? Radio und amtliche Warnung haben Vorrang.
- Zeitstempel prüfen: Alte Bilder und Meldungen werden oft als „aktuell" weitergegeben.
- Starke Gefühle (Panik, Wut) sind ein Warnsignal — erst prüfen, dann teilen.
- Nichts Ungeprüftes weiterleiten, auch nicht „zur Sicherheit".
Informationsdisziplin
- Feste Zeiten für Nachrichten (z. B. morgens, mittags, abends) statt Dauerbeschallung — senkt Stress, spart Akku
- Eine Person im Haushalt ist „Info-Verantwortliche": hört Radio, notiert Wichtiges mit Uhrzeit auf Papier
- Wichtige Durchsagen (Evakuierung, Trinkwasser, Anlaufstellen) sofort aufschreiben und an Nachbarn weitergeben